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weißer Riesling vom Weingut Feilen - Weißwein in Spitzenqualität

Die Mostwaage des Herrn Öchsle

Um den Zuckergehalt des Traubenmostes bestimmen zu können benötigt man ein entsprechendes Instrument.

Wo immer im Herbst Weinfreunde beieinander sitzen gibt es ganz sicher dieses Thema: "Wieviel Grad Öchsle schafft der Wein wohl dieses Jahr?" Dann wird geschätzt und gefachsimpelt, und nicht selten werden Wetten abgeschlossen. Wer sich nicht so recht auskennt, der hält sich vornehm zurück.
Öchsle ist der Name einer Goldschmied- und Mechaniker-Familie, die zu Zeiten Napoleons in Pforzheim lebte. Ferdinand Öchsle und sein Sohn Christian Ludwig, beide große Weinfreunde, ärgerten sich, dass man die Qualität des Weines nur ahnen konnte. Da sie den Zusammenhang zwischen Fruchtzuckergehalt und der Qualität des Weines kannten, schlossen sie logisch: Kann man den Zuckergehalt des Mostes messen, dann kann man auch die Entwicklung des Weines voraussagen. Die Herrn Öchsle machten sich daran, ein Instrument zur Messung des Mostgewichtes zu entwickeln. Das Resultat war eine thermometerähnliche Schwimm- oder Senkwaage, die in ihrer Grundform bis heute unverändert ist und nach ihren Erfindern benannt wurde.

Funktionsweise einer Mostwaage

Die Mostwaage nutzt die Tatsache, dass Zucker schwerer ist als Wasser. Die Einteilung der Meßgrade geht vom spezifischen Gewicht des Wassers aus. Bei einem Mostgewicht von 80 Grad Öchsle beträgt das spezifische Gewicht des Mostes 1080. Umgerechnet hat ein solcher Most 17% Zucker. Nach der Vergärung enthält der Wein dann etwa 80 Gramm reinen Alkohol pro Liter oder 8 Gewichtsprozent. Jetzt verstehen Sie, was Weinfreunde im Herbst so bewegt. Noch mehr interessiert natürlich den Winzer, wieviel Grad Öchsle sein Most aufweist. Schließlich hängt davon ab, in welchem Maße er für seine harte Arbeit um den Wein belohnt wird.

Mostgewicht und Weinqualität

Im allgemeinen liegt das Mostgewicht eines mittleren Jahrgangs in Deutschland zwischen 70 und 80 Grad Öchsle. Das Mostgewicht der Spätlesen liegt häher und ist je nach Anbaugebiet und Rebsorte exakt vorgeschrieben. Auslesen beginnen zwischen 90 und 130 Grad Öchsle. Absolute Spitzenweine erreichen sogar bis 200 Grad und darüber. Die Güte eines Jahrgangs allein nach dem Mostgewicht zu beurteilen, wäre aber zu simpel und einseitig. Der Öchslegrad ist lediglich ein Maßstab zur Schätzung des voraussichtlichen Alkoholgehalts. Der Geschmack des Weines, seine Würze, fruchtige Säure, sein Bukett sind nicht unbedingt davon abhängig. Bei etwas so Lebendigem wie dem Wein sind eben viele Faktoren für seine Qualität ausschlaggebend, wie z.B. dem Alter.

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